Vortest 24h LeMans 2006
Die Idee, einen Diesel-Sportwagen für die 24 Stunden von Le Mans zu entwickeln, entstand bereits im Jahr 2002.
Aus jener Zeit stammt auch der interne Projektname "R10", der nun – genau wie beim erfolgreichen Vorgängermodell R8
– zur offiziellen Typenbezeichnung des neuen Le Mans-Sportwagens wurde.
Richtig ernst wurde es im September 2003, als die Grundkonzeption des neuen Audi R10 festgelegt wurde. "Das war die wichtigste Phase",
sagt Ulrich Baretzky, Leiter Motorentechnik bei Audi Sport. "Man muss die Anzahl der Zylinder festlegen, die Länge des Motors, Bohrung und Hub. Alles andere baut darauf auf.
Wenn man an dieser Stelle Fehler machen würde, kann man das später kaum noch korrigieren. Deshalb haben wir alles sehr sorgfältig abgewogen, ehe wir das Package festgelegt haben."
Im Frühjahr 2004 fiel die Entscheidung, auf einen Zwölfzylindermotor mit dem maximal in Le Mans zulässigen Hubraum von 5,5 Litern zu setzen, was auch Auswirkungen auf das Chassis hatte. "Gegenüber dem R8
ist die Länge des Motors durch die Anzahl der Zylinder gewachsen, und wegen der Diesel-typischen Kräfte auch das Gewicht", erklärt Wolfgang Appel, Leiter Fahrzeugtechnik bei Audi Sport. "Insofern mussten wir
auf der Fahrzeugseite darauf reagieren, und alles möglichst leicht machen." Auch der erheblich längere Radstand des R10 ist eine Folge des großvolumigen Motors.
Erstmals auf dem Prüfstand lief der neue V12 TDI für Le Mans im Juli 2005. "Das war sehr spannend, weil wir mit diesem Motor wirklich absolutes Neuland betreten haben", so Ulrich Baretzky. "Gemeinsam mit den
Kollegen der Vor- und Serienentwicklung hatten wir im Vorfeld Grundsatzversuche mit umgewandelten Serienmotoren und einem Einzylinder-Modell gemacht. Das war alles!"
Das erste Mal auf dem 13,650 Kilometer langen "Circuit des 24 Heures" fahren wird der neue Audi R10 beim offiziellen Testtag am 4. Juni 2006. Weniger als zwei Wochen vor dem Rennen bietet er die einzige Testgelegenheit
auf dem Hochgeschwindigkeits-Kurs, der zum Teil über sonst öffentliche Landstraßen führt.
"Dass man in Le Mans nur an einem einzigen Tag im Jahr testen kann, zählt zu den Besonderheiten dieses Rennens", sagt Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. "Le Mans bietet eine einmalige Verknüpfung von Schnelligkeit,
Haltbarkeit, Zuverlässigkeit und Teamwork – und, wenn man es extrem ausdrücken möchte, den Ablauf einer kompletten Formel 1-Saison an einem einzigen Wochenende mit ein und demselben Auto."
Frank Biela zum Le Mans Vortest:
"Es ist schön wieder in Le Mans zu sein. Der Vortest hat dieses Jahr einen besonderen Stellenwert, denn das Setup muss dieses Jahr völlig neu erarbeitet werden, da wir die Daten aus den Vorjahren nicht bzw. nur bedingt verwenden können. Aber ich freue mich sehr über diese Herausforderung".
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